29. August 2017

REZENSION / No 9677 ODER WIE MEIN VATER AN FÜNF KINDER VON SECHS FRAUEN KAM / NATASHA FRIEND

INHALT Wer braucht schon einen Vater? Sie sicher nicht, davon ist Hollis fest überzeugt – bis ihr Halbbruder Milo in ihr Leben tritt. Denn er will ihren gemeinsamen Vater finden und braucht Hollis’ Hilfe. Aber warum sollte sie bei so einer Schnapsidee mitmachen? Immerhin kennt sie Milo kaum, mal ganz zu schweigen von dem „Vater“, der sie in einem Reagenzglas gezeugt hat. Einem Mann, dessen Namen sie nicht einmal weiß. Und das ist auch verdammt gut so.
Richtig abgefahren aber wird es, als Milo herausfindet, dass sie nicht die einzigen Kinder von Samenspender No. 9677 sind. Widerwillig lässt sich Hollis auf die Spurensuche ein – und stellt fest: Familie ist das, was man daraus macht.

ERSTER SATZ Pams Bild über den Kamin war wie Phineas Nigellus Blacks Porträt im Schulleiterbüro von Hogwarts.

Es gab doch bestimmt irgendeine ungeschriebene Benimmregel, die verlangte, dass man die lesbischen Mütter des Halbbruders seiner leiblichen Tochter informierte, wenn die eigene lesbische Lebenspartnerin gestorben war.
MEINE MEINUNG "No. 9677 oder Wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam" ist mir auf dem Blog der lieben Sandra aufgefallen. Dafür vielen lieben Dank. Auch Danke an den Magellan-Verlag, der mir das Buch als Presseexemplar zur Verfügung gestellt hat!

TITEL Der Titel ist dadurch, dass er sehr ungewöhnlich ist, natürlich gleichermaßen auffällig wie spannend. Natürlich will man wissen, wie denn der Vater nun an die fünf Kinder von sechs Frauen kommt (auf den ersten Blick ein biologisches Rätsel, nicht wahr? :D Denkt um die Ecke!). 2 / 2

COVER Das Cover ist mit den kleinen, bunten DNA-Strängen sehr schön gelungen und natürlich thematisch auch ein absoluter Punktesammler. Ich kann mir kein Cover vorstellen, welches besser zur Geschichte hätte passen können. 3 / 3

INHALTSANGABE Die Inhaltsangabe gefällt mir - nicht nur aufgrund des schönen, letzten Satzes - gut. Man erfährt kurz und knapp, worum es geht und man kann bereits einen kleinen Einblick in den Stil und die Umsetzung des Buches erfahren. 3 / 4

IDEE / THEMA Lange kein so unterhaltsames Thema in einem Buch verpackt lesen dürfen! Ich war ehrlich gesagt überrascht, dass sich Natasha Friend sich an dieses doch eher sensible Thema in einem Kinder-/Jugendbuch herantraut. Doch es ist ihr mehr als gelungen. Gerade für Kinder und Jugendliche, die dich selbst mit diesem Thema auseinandersetzen müssen, arbeitet dieses Buch großartig heraus, worum es wirklich geht: Das Familie das ist, was man eben daraus macht. Eine wundervolle Reise von (Halb-)Geschwistern, die sich etwas verrennen um festzustellen: Er hat auch ein eigenes Leben. 4 /  4

UMSETZUNG Die Umsetzung gelingt gleichermaßen witzig und doch einfühlsam. Auf humorvolle Weise nährt sich die Autorin ganz sanft dem Thema an, um dann einen Witz darüber zu machen. Ich mochte diesen Stil recht gerne und dementsprechend gefiel mir die Umsetzung. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Hollis und Milo erzählt. Anfangs fand ich es schade, dass deren Halbgeschwister Noah und Abby keine eigenen Kapitel bekommen haben, aber ich musste dann schnell feststellen, dass dies überladen gewirkt hätte. Und einen guten Einblick in das Innenleben der Figuren konnte man so oder so erleben. 3 / 4

SCHREIBSTIL Der Schreibstil lässt sich sehr einfach und flüssig lesen, ist meiner Ansicht nach jedoch nichts allzu Besonderes. Entsprechend den beiden Erzählern, die 14 und 15 Jahre alt sind, ist das sprachliche Niveau eher mittelmäßig. Ich kann nicht behaupten, dass ich davon richtig begeistert war, aber schlecht war es auf keinen Fall. 2,5 / 5

CHARAKTERE Die Charaktere konnten mich von der ersten Seite an zum Lachen bringen. Ich fand Milo und Noah mit am sympathischsten. Gerade bei Noah glaube ich, dass es einfach daran liegt, dass er meinem Alter am nächsten kam. Teilweise konnte ich die Aktionen der Figuren nicht unterschreiben oder den Sinn darin erkennen, aber das gehört wohl zu einem Buch dazu. Hollis war ... interessant. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber sie war einfach kein schmeichelnder Charakter. Sicherlich werden viele Leser sie mögen, doch ich wurde nicht recht mit ihr warm. 1,5 / 3

GESAMTEINDRUCK Alles in allem hat mir der Roman gut gefallen und ich empfehle ihn an alle weiter, die sich von einer in einem lockeren Ton verfassten Geschichte für einige Stunden fesseln lassen wollen. Die Geschichte dürfte vor allem für diejenigen interessant sein, die "betroffen sind" oder auch jene, die sich schlichtweg für die Themen Freundschaft, das Kennenlernen von Geschwistern etc. interessieren. 

19 / 25 ~ Ein unterhaltsames Buch für Zwischendurch, welches mit einem nicht alltäglichen Thema punktet.

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