19. Februar 2015

Rezension "Der Sommer in dem die Zeit stehen blieb"

Autorin: Tanya Stewner
Preis: 14,99 € // Hardcover
Inhalt: Wenn Juli nachdenken will, zieht sie sich auf ihre Lichtung zurück. Doch eines Tages ist sie nicht alleine dort. Ein Junge steht vor ihr, plötzlich und unerwartet. Ein Junge wie von einem anderen Stern, so schön und so geheimnisvoll ist er. Ihrer beider Liebe könnte die Welt verändern. Doch darf diese Liebe überhaupt sein?
Erster Satz:  'Ich finde mich ja manchmal selbst ein bisschen seltsam', sagte ich seufzend.



 Kaufen? → Gibts bei fischer als Hardcover. Danke für dieses tolle Rezensionsexemplar!

" 'Man nennt mich Anjano, der Geschichten erzählt. Das ist mein derzeitiger, vollständiger Name.'
'Du erzählst Geschichten?'
'Ja, ich reise umher und verschenke Gedankenabenteuer.' " (Seite 203)

Der Titel "Der Sommer in dem die Zeit stehen blieb" ist vermutlich einer der zwei Gründe, weshalb das Buch sofort ins Auge sticht. Mit einer sehr schönen, brombeerfarbenen Schrift sticht der Titel auf dem Cover total heraus. Ich jedenfalls mag ihn sehr gerne.
2/2 Punkte

Das Cover des Buches finde ich wunderwunderwunderschön. Ich habe keine Ahnung warum, aber ich finde einfach, es passt so gut zum Inhalt des Buches: Man sieht die "Lichtung", die Bäume und eine untergehende (aufgehende ?! :D ) Sonne und ein Pärchen, das im ersten Moment nicht als dieses erkannt wird, da der Blick zuerst auf Titel und Autorname fällt. Obwohl der Name der Autorin in dominierendem Rot gehalten ist, sticht der Titel meiner Meinung nach genug hervor. Was mir besonders gut gefällt, sind die kleinen zeichnungen von Blumenranken, Libellen, Kringeln und Blättern, die dem Cover einen feinen Schliff verleihen, man merkt direkt, dass sich hier jemand Mühe bei der Covergestaltung gegeben hat.
3/3 Punkte

Die Inhaltsgabe ist meiner Meinung nach so lala. Sie würde mich persönlich nicht zum Lesen anregen. Da diese Aufgabe das Cover und der Titel übernehmen, übernimmt die Inhaltsangabe eher eine Zusatzfunktion, eine Nebeninfo. Man versteht sie vielleicht nicht sofort so, wie sie gemeint ist. Ob das jetzt positiv oder negativ gemeint ist, muss jeder für sich entscheiden. Das Thema generell gefällt mir jedoch gut. Es geht um Zeitreisen, doch sie tauchen erst in der Mitte des Buches auf, genau dann, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Das Thema wird ganz anders umgesetzt als andere Zeitreise-Bücher, die ich bis jetzt gelesen habe und das gefällt mir sehr gut.
  3/4 Punkte

Wer Tanya Stewner kennt, weiß, dass sie bereits erfolgreiche Bücher wie "Liliane Susewind" geschrieben hat. Ich habe eben genanntes noch nie gelesen, kann mir aber durchaus vorstellen, warum diese Bücher so bekannt sind. Die Ideen, die in Tanya Stewners Kopf umherschweifen hat sie auch dieses Mal sehr erfolgreich zu Papier gebracht. Die Idee: Ein seltsamer Junge taucht auf einer Lichtung auf und benimmt sich sehr eigen. Im Laufe des Buches kommt nach und nach ans Licht, wer dieser Junge ist und woher er kommt. Die eigentliche Idee, die hinter all dem steht, ist so genial, dass ich davon nur schwärmen kann. Aber wenn ich sie jetzt verrate, wäre das auch doof. Also lest das grandiose Buch.
4/4 Punkte

Die Umsetzung des Buches gefällt mir, wie schon angedeutet, richtig gut. Tanya Stewner lenkt absichtlich in die falsche Richtung und der Leser fragt sich, ob Anjano tatsächlich, durch und durch, ein Außerirdischer von einem anderen Planeten ist. Am Anfang erzählt der Roman den Alltag eines Teenagers, der dann schließlich in etwas hineingerät, wovon er niemals zu träumen gewagt hätte. Tolle Idee - Tolle Umsetzung der Idee und des Themas an sich. Wie gesagt gefiel mir, wie sehr die Autorin in Richtung "Zeitreisen - Wie geht das" so viel hineininterpretiert hat. Das macht das Buch besonders.
3,5/4 Punkte
 
 Der Schreibstil von Tanya Stewner gefällt mir gut. Er beschreibt auch die Gedanken der Protagonistin. Obwohl ich nicht so der Fan von diesen "Ein-Wort-Sätzen" wie zum Beispiel "Shit." oder "Mist." bin, ging es hier in eine ganz andere Richtung. Das gefällt mir nach wie vor. Der Schreibstil ist locker-leicht, einfach und vor allem flüssig zu lesen. Ehe man sich versieht, hat man sich durchs gesamte Buch geackert.
  5/5 Punkte

Juli war mir von Anfang an total sympathisch. Manchmal vielleicht ein bisschen naiv. Aber sind wir das nicht alle? Anjano ist ebenfalls eine tolle Persönlichkeit. Er war witzig und gegen Ende auch romantischer als ich dachte. Aber manchmal ist ihre Beziehung ein wenig weit hergeholt. Whoopi, Julis beste Freundin, ist eine quirlige Persönlichkeit, die sofort sympathisch ist.
2/3 Punkte
Tanya Stewner wurde 1974 im Bergischen Land geboren und begann bereits mit zehn Jahren, Geschichten zu schreiben. Ihre Kinderbuchreihen um Liliane Susewind und die Elfe Hummelbi sind riesige Erfolge. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter Mailena in Wuppertal.

Gesamteindruck
Das Buch "Der Sommer in dem die Zeit stehenblieb" habe ich mit großer Spannung erwartet. Als ich es schließlich bekommen habe, habe ich es an einem Stück ausgelesen. Das lag nicht nur daran, dass ich krank im Bett lag! Das Buch ist wirklich fesselnd und spannend, führt den Leser gerne mal hinters Licht und einefach ein toller Roman, den man auch an kühlen Wintertagen lesen kann. Das Cover und der titel sind absolut überzeugend - Falls es jemandem nicht gefallen sollte, was ich eigentlich zu 99% ausschließe, sieht es im Regal wenigstens schön aus. Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal bei fischerverlage, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!
" 'Ein anderes Beispiel, das sogenannte Großvaterparadoxon: Wenn ein Zeitspringer versuchen würde, in der Vergangenheit seinen Großvater umzubringen, wäre das absolut unmöglich. Denn ohne die Existenz seines Vaters, der wegen des Todes des Großvaters nicht geboren wird, könnte der Zeitreisende selbst nicht geboren werden und dadurch auch nicht in der Zeit zurückreisen, um seinen eigenen Großvater zu töten. Es würde ein unlösbares Zeitparadoxon entstehen.' Zeitsalat deluxe." (Seite 168)

22,5/25 - Ein tolles Buch mit einer Hintergrundidee, dessen Tiefe und Vielschichtigkeit mich schlichtweg beeindruckt haben. Viel Gefühl!

18. Februar 2015

Rezension "Silber - Das zweite Buch der Träume"

Autorin: Kerstin Gier
Preis: 19,99 € // Hardcover
Inhalt: Und da hörte ich es, mitten in das plötzliche Schweigen hinein: ein vertrautes, unheilvolles Rascheln, nur ein paar Meter entfernt. Obwohl niemand zu sehen war und eine vernünftige Stimme in meinem Kopf sagte, dass das hier sowieso nur ein Traum sei, konnte ich nicht verhindern, dass Angst in mir hochkroch, genauso unheilvoll wie das Rascheln. Ohne genau zu wissen, was ich tat und vor wem ich davonlief, fing ich wieder zu rennen an.
Erster Satz: "Charles hatte es mir wirklich nicht schwergemacht, seine Tür zu finden: Sie war mit einem lebensgroßen Foro von ihm bedruckt, breit grinsend in einem blütenweißen Kittel, auf dessen Brusttasche 'Dr. med. dent. Charles Spencer' stand, und darunter: 'Der Beste, den Sie für Ihre Zähne bekommen können'."


1. Silber - Das erste Buch der Träume (Meine Zwischenmeinung)
2. Silber - Das zweite Buch der Träume
3. Silber - Das dritte Buch der Träume (???)

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"Du bist süchtig danach, dich in Träume von allen zu schleichen, denen du nicht über den Weg traust. Ich weiß, dass du gut bist. Und dass du dich für skrupellos hältst. Aber verglichen mit Anabel bist du ein harmloser Chorknabe." (Seite 159)

Der Titel gefällt mir nicht wirklich. Es ist ja ziemlich vorhersehbar wie das dritte Buch heißen wird und ich mag so etwas gar nicht. Ich finde jedes Buch hat einen schönen Titel verdient. Das schafft dieses Buch meiner Meinung nach nicht wirklich. Immerhin hat es etwas mit dem Inhalt zu tun.
0,5/2 Punkte

Das Cover ist meiner Meinung nach ganz schön. Abgebildet ist eine Traumtür, die im Buch immer wieder erwähnt wird. Was mir sehr gut gefällt sind die kleinen Details, der Schriftzug "dream on" unter der Tür und die Baumäste, die aus den Ecken in den Buchdeckel "hineinragen". 2/3 Punkte

Die Inhaltsgabe ist okay. Es ist meiner Meinung nach nicht die beste Stelle, man hätte deutlich bessere Stellen herauspicken können, die man dann als Inhaltsangabe hätte neben können. Ohne darauf weiter einzugehen, kann ich sagen, dass das Thema an sich relativ spannend ist. Die Geschichte um Liv  Silber geht weiter. Ich hatte mir etwas mehr erhofft, vor allem, nachdem ich vom ersten Teil nicht soo begeistert war. Er hat mir zwar gefallen, aber er hat mich nicht direkt vom Hocker gehauen. Trotzdem fand ich das Thema gut.
  3/4 Punkte

Die Idee des Buches gefällt mir. Es werden einige neue Aspekte mit rein gebracht und altbekannte Personen tauchen wieder auf. Die Gesamtidee der Trilogie begeistert mich - In den Träumen treffen, wer wünscht sich das nicht? Durch den Traum anderer Leute spazieren, als wäre es ein Catwalk. Und wenn man umgebracht wird, stört es im Prinzip keinen, denn wenn man wieder aufwacht ist man wieder ein kompletter Mensch. Alles in allem ist die Idee sehr gut, die Details hätte man vielleicht etwas mehr ausbauen können.
2/4 Punkte

Die Umsetzung des Buches war durchwachsen. Es war zwar spannend und es ist sicherlich nicht schwer, das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Ich war leider trotzdem etwas enttäuscht. Die Spannung in diesem Buch wirkt aus irgendeinem Grund, den ich nicht benennen kann, ein wenig künstlich. Es macht Spaß, zu lesen. Und dennoch hätte ich mir gewünscht, dass wir noch mehr pikante Details über Leute erfahren, die neu hinzukommen. Die Geschichte rund um Anabel und Arthur ist spannend und natülich will man wissen, wie es mit ihnen weitergeht und wie sie sich entwickeln. Aber ich hätte mir da von einer Bestsellerautorin ein bisschen mehr gewünscht.
2,5/4 Punkte

 Der Schreibstil von Kerstin Gier gefällt mir. Er ist leicht zu lesen, flüssig, sodass man das Buch relativ schnell durch hat. Die "klügeren Wörter", die aufgrund Bocker (Biest in Ocker) in die Geschichte einflossen, wirken fehl am Platz. Sie passen nicht zu dem so kinderleichten Schreibstil, der sich durch beide Silber-Bücher zieht. Der Stil ist wirklich sehr kindlich und einfach, jeder muss für sich entscheiden, wie er das findet. Ich finde es nicht schlimm, da auch jüngere Mädchen (und Jungen?!) das Buch lesen. Allerdings hätte ich mir ein bisschen mehr Pepp gewünscht, wenn ihr versteht was ich meine.
  4/5 Punkte

Die Personen in "Silber - Das zweite Buch der Träume" bleiben weitestgehend gleich und machen kaum Veränderungen durch. Eine meiner Lieblingscharaktere, Mia Silber, wird jedoch zur Zielscheibe eines Unbekannten und schlafwandelt plötzlich. Es gefiel mir, dass wenigstens eine Person sich verändert und trotzdem irgendwie gleich bleibt. Henry ist natürlich weiterhin ein gutaussehender Romantiker (zumindest meistens). Liv Silber ist und bleibt bodenständig, sehr bewundernswert, bei den Dingen, die über sie so verbreitet werden.
2/3 Punkte

Kerstin Gier, Jahrgang 1966, hat 1995 ihr erstes Buch veröffentlicht. Mit riesigem Erfolg: Ihre Romane wie ›Die Mütter- Mafia‹ oder ›Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner‹ sind längst Kult und auf allen Bestenlisten zu finden, genauso wie ›Rubinrot‹, ›Saphirblau‹ und ›Smaragdgrün‹, die auch international zu Bestsellern wurden. ›Silber‹ ist ihre zweite phantastische Trilogie. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Köln. 
Gesamteindruck
"Silber - Das zweite Buch der Träume" ist ein tolles Buch für Zwischendurch. Mir persönlich hat es, trotz wenigen Veränderungen, ganz gut gefallen. Kerstin Giers' Schreibstil ist sehr überzeugend - einfach und kindlich und trotzdem schön. Nicht umsonst ist sie Bestsellerautorin. Das Buch sollte jeder lesen, der wissen will, wie es mit Liv und Henry, Mia und Bocker, Florence und Grayson und allen anderen weitergeht. Allerdings sollte man vorher auf jeden Fall den ersten Band lesen, ohne den könnte einiges verwirrend sein. Um das nochmal ausdrücklich zu sagen: Ich finde das Buch nicht schlecht, weil es "nur" 16 Punkte hat. In der Wertung von fünf Sternen wären es vier, knapp vorbei an der drei zwar, aber es wären immer noch vier Sterne. Nur so nebenbei.

"Probehalber ließ ich eine Eisplatte unter meinen Füßen in Scherben zerknirschen (...). Das hier war eine ähnlich befriedigende Tätigkeit wie das Zerplatzenlassen von Noppenfolienbläschen. Und wer sagte einem eigentlich, für welche Dinge man zu alt war und für welche nicht?" (Seite 263)

16/25 - Ein gutes Buch mit einer schönen Innengestaltung, ein Buch für jeden, der wissen will, wie die Geschichte von Olivia Silber weitergeht.

17. Februar 2015

Rezension "Delirium"

Autorin: Lauren Oliver
Preis: 18,90 € // Hardcover
Inhalt: Sie können Mauern bis zum Himmel bauen, und ich werde doch darüber hinwegfliegen. Sie können mich mit hunderttausend Armen festhalten, und ich werde mich doch wehren. Und es gibt viele von uns da draußen, mehr als ihr denkt. Menschen, die in einer Welt ohne Mauern leben und lieben. Menschen, die gegen Gleichgültigkeit und Zurückweisung anlieben, aller Vernunft zum Trotz und ohne Angst.
Erster Satz: "Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt. ."

1. Delirium
2. Pandemonium
3.Requiem

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"Ich habe die Geschichte meiner Mutter noch nie jemandem erzählt. (...) Alle um mich herum (...) wussten bereits über meine Familie und ihre schmachvollen Geheimnisse Bescheid. Deshalb sahen sie mich immer mitleidig von der Seite an. Deshalb ritt ich jahrelang auf einer Welle des Flüsterns in jedes Zimmer und wenn ich eintrat, verstummten plötzlich alle (...)." (Seite 149-150)

Der Titel gefällt mir sehr gut. Es ist die Krankheit selbst und da das Buch sich um sie dreht, ist es ein ganz direkter Titel, den man vielleicht nicht sofort versteht, wenn er einem zum ersten Mal ins Auge fällt. Jedoch macht er neugierig auf das Buch, es stellt sich die Frage, was "amor deliria nervosa" überhaupt ist.
2/2 Punkte

Das Cover ist meiner Meinung nach sehr schön. Auf den ersten Blick wirkt es wirr doch im zweiten Augenblick ist darin sehr viel Klarheit. Ein durchschnittliches Mädchen, der Blick undurchdringlich. Der Titel in geschwungener Schrift und ganz unscheinbar der Name der Autorin. Ich mag den Farbton, in dem das Cover gehalten wurde, sehr gerne. Das Wort "Liebe", das über den gesamten Buchdeckel in relativ unhandlicher Schrift geschrieben wurde, hat zunächst keine Bedeutung. Doch im Inneren verbirgt sich die Antwort, warum es unbedingt dieses Wort ist, dass so auffällig und trotzdem unscheinbar ist.
3/3 Punkte

Die Inhaltsgabeist eine der besten, die ich jemals gelesen habe. Natürlich fällt beim ersten Lesen auf, dass es sich um einen Textausschnitt aus dem Buch handelt. Das kann verwirrend sein, hier trifft es jedoch genau den Punkt, den es zu treffen gilt. Die Protagonistin schildert ihre Gefühle und macht deutlich, auf was ihre Prioritäten liegen. Sie ist bereit zu kämpfen, das merkt man. Und das regt vermutlich viele Leute an, dass Buch zu lesen: Ein Buch über ein junges Mädchen, das in einer Welt mit Mauern trotzdem beginnt zu kämpfen. Das Thema ist im Grunde sehr ernst und teilweise erschreckend realistisch, jedoch ist es ein Thema, das mich persönlich sehr anspricht.
  4/4 Punkte

Die Idee des Buches ist absolut genial. Ich habe mehrere Dystopien gelesen - ich kann nicht behaupten dass es viele sind, aber einige sind es schon - und der Auftakt der Amor-Trilogie hat mich sehr gefesselt. Andere Bücher erzählen ebenfalls die Geschichte eines Mädchens in einer Welt, in der es viele Unterdrücker gibt. Doch was Lauren Oliver für eine Idee hatte, ist für mich Neuland. Die Liebe ist mehr oder weniger verboten, Frauen und Männer leben zwar zusammen, dürfen sich aber nicht berühren, nicht mal ansehen. Es ist teilweise erschreckend, was die Bürger dieser Welt alles nicht dürfen, jedoch macht das diese Welt so interessant, dass man in dem Buch einfach nur versinken möchte.
4/4 Punkte

Es gibt Bücher, die liest man über mehrere Wochen hinweg, jeden Tag ein paar, quälende Seiten. Und dieses Buch ist das genaue Gegenteil. Die Seiten ziehen sich kein bisschen hin - sie fliegen so schnell vorbei, dass man die Seitenanzahl irgendwann nicht mehr beachtet. Lauren Oliver erzählt die packende Geschichte von Magdalena, Lena, wie sie von allen genannt wird. Lena muss, wie es in anderen Dystopien oftmals der Fall ist, keine Initiation überstehen, sie muss nicht in die Spiele ziehen. Sie ist ein ganz normales, klubes Mädchen, das, wie alle anderen in ihrem Alter, kurz vor dem Eingriff steht, der ihr Leben für immer verändern wird. Sie wird niemals von der "amor deliria nervosa" befallen werden, die Liebe ist eine Krankeit. Dass alles anders kommt als gedacht, wird im Anbetracht der Dicke des Buchs schnell klar. Einige Stellen sind langweiliger als andere, manche jedoch wunderschön. Letzteres überwiegt.
3/4 Punkte

 Der Schreibstil von Lauren Oliver gefällt mir super. Sie schreibt so, dass man einfach gepackt sein muss. Es fiel mir schwer, Zitate auszusuchen, weil ich finde, dass das gesamte Buch mit tollen Sätzen voll ist. Lenas Auftreten ist so authentisch, dass man manchmal glauben konnte, im nächsten Moment hüpft sie aus dem Buch. Lauren Oliver ist ein absolutes Schreibtalent und hätte auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit dafür verdient, wie ich finde.
  5/5 Punkte

Die Personen in "Delirium" gefallen mir sehr gut. Lena ist sympathisch, ihre Freundin Hana war nicht so meins, mit ihr hätte ich mich vermutlich nicht angefreundet. Die beiden wirken ungleich und trotzdem sind sie beste Freundinnen. Alex, der aus heiterem Himmel immer wieder auftaucht, ist ebenfalls ganz nett, ein kleiner Romantiker, wie es scheint. Alles in allem fand ich alle Personen ganz gut, die kleine Grace, genannt Gracie wuchs mir jedoch direkt in dem Satz, in dem sie zum ersten Mal erwähnt wird, ins Herz. Sie ist ein tolles Mädchen und das weiß Lena. Genauso wie ihr bewusst ist, dass Hana und Gracie die einzigen sein werden, die sie wirklich vermissen würde, sollte sie einen Ausweg finden.
2/3 Punkte

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.

Gesamteindruck
"Delirium" ist ein grandioser Auftakt der Amor-Trilogie. Lauren Oliver schreibt packend, fast niemals langweilig. Ich bin ein großer Fan von ihr und der Idee der Amor-Trilogie geworden und werde auf jeden Fall die nächsten Bände auch lesen. Die Idee und die Umsetzung gelingen einwandfrei und dafür, dass es das zweite Buch der Aurorin ist, beneidenswert gut. Jeder, der Dystopien gerne liest, sollte sich dieser hier zuwenden; es ist eine Dystopie, die, meiner Meinung nach, zu wenig Aufmerksamkeit bekommt für das, was sie schafft. "Delirum" geht in die andere Richtung als "Tribute von Panem" oder "Die Bestimmung". Natürlich gibt es Parallelen. Doch die muss es auch irgendwie geben. Ich bin trotzdem überzeugt, dass niemand enttäuscht sein wird, "Delirum" gelesen zu haben.

"Dies wirkt wie ein Ort, an dem nichts blühen und wachsen sollte, wo die Sonne nie scheinen sollte; ein Ort am Rand, ein Ort, der vollkommen aus dem Zeit, dem Glück und dem Leben herausfällt." (Seite 319)

23/25 - Ein tolles Buch mit vielen, liebevollen Details und einer grandiosen Idee.